Die Deutsche Post kam 2019 mit dem schwierigen Marktumfeld sehr gut zurecht. 2020 wird allerdings eine Herausforderung. Nach der jüngsten Korrektur und wegen einer Dividendenrendite von mehr als 6 Prozent ist die Aktie einen Blick wert.

Deutsche Post – Stand: 17.03.2020

An den internationalen Aktienmärkten geht es derzeit überaus turbulent zu. Die Corona-Krise sorgte für einen Ausverkauf, der an die Finanzkrise vor über zehn Jahren erinnerte. Der deutsche Leitindex DAX verlor innerhalb kurzer Zeit um mehr als 40 Prozent an Wert. Kaum ein Titel konnte sich dem Ausverkauf entziehen. Auch die Aktien der Deutschen Post mussten kräftig Federn lassen und rauschten von ihrem Zwischenhoch vom 14. Februar bei 33,60 Euro zwischenzeitlich um mehr als 40 Prozent auf 19,64 Euro in die Tiefe, ehe eine leichte Erholung einsetzte. Der Markt hat irgendwann nicht mehr differenziert zwischen guten und schlechten Werten – die Anleger haben einfach alles auf dem Markt geschmissen, was in ihren Depots schlummerte. Natürlich wird auch der Geschäftsbetrieb der Deutschen Post durch die Corona-Krise massiv beeinträchtigt. Allerdings könnte die jüngste Korrektur etwas übertrieben gewesen sein.

Der Bonner Logistikkonzern öffnete jüngst seine Bücher für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 und konnte mit dem Vorgelegten durchaus überzeugen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf 63,3 Milliarden Euro, während das Konzernergebnis um 26 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro kletterte. Vom guten Abschneiden sollen die Aktionäre profitieren, sie sollen eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie bekommen, was 10 Eurocent mehr als im Vorjahr wären. Bei einem aktuellen Kurs von 20,60 Euro immerhin eine Dividendenrendite von etwas mehr als 6 Prozent.

Natürlich sind die vergangenen Zahlen das Eine und die zukünftigen Ergebnisse das Andere. Die Corona-Krise wird auch die Deutsche Post hart treffen. Der Konzern kassierte daher bereits Ende Februar sein Ziel, im laufenden Geschäftsjahr einen operativen Gewinn (EBIT) von mindestens 5 Milliarden Euro zu erwirtschaften. Dazu trug auch das Aus des E-Lieferwagen-Projekts Streetscooter bei, das zusätzliche Kosten in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro verursacht. Wie das Unternehmen bereits meldete, wirke sich die Corona-Krise vor allem negativ auf die beiden DHL-Sparten Fracht und Express aus, die zusammen für rund 50 Prozent der Umsätze verantwortlich sind. Die anderen Sparten Post & Paket, Lieferkettenlogistik und E-Commerce seien bisher allerdings wenig betroffen. Neue Ziele nannte der Konzern jedoch nicht, da die aktuelle Lage rund um das Coronavirus noch schwer einzuschätzen ist.

Dennoch: Das Geschäft der Deutschen Post dürfte bei Weitem nicht so starke Bremsspuren bekommen wie beispielsweise das von Unternehmen aus der Reise- oder Automobilbranche. Zudem dürfte die Aktie aufgrund der hohen Dividendenrendite bei Dividendenjägern gefragt sein. Von daher könnte das aktuelle Kursniveau eine gute Einstiegsgelegenheit bieten.

Charttechnisch befindet sich die Aktie der Deutschen Post derzeit im freien Fall. Allerdings bestehen berechtige Hoffnungen, dass die Aktie im Bereich des Korrekturtiefs aus dem Jahr 2016 bei 19,55 Euro Halt findet. Bereits am Montag drehte die Aktie bei 19,64 Euro wieder nach oben ab, was ein erster Hinweis darauf gewesen sein könnte, dass im Bereich des 2016er-Tiefs Kaufinteresse besteht. Sollte die Aktie ihre Talfahrt beenden können, dürfte das Korrekturtief vom Dezember 2018 bei 23,36 Euro wieder in den Fokus rücken. Ein weiteres Erholungsziel könnte das Zwischentief vom Juni 2019 bei 26,07 Euro sein.

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