Die Coronakrise hat das Kaufverhalten der Verbraucher stark verändert. Der Online-Modehändler Zalando profitiert von dieser Veränderung, denn das Online-Geschäft boomt.

Die Coronakrise hat viele Geschäfte in arge Bedrängnis gebracht. Die Einkaufsstraßen in den Städten waren wegen der Beschränkungen des öffentlichen Lebens während der ersten und der zweiten Infektionswelle wie leergefegt. Insbesondere Modegeschäfte beklagen massive Umsatzeinbußen. Nicht so der der Online-Modehändler Zalando, der vom veränderten Kaufverhalten der Verbraucher profitiert.

Zalando – Stand: 25.11.2020

Wegen der Kontaktbeschränkungen meiden die Kunden die Geschäfte und bestellen lieber bequem von zuhause aus. Zalando konnte seine Umsätze im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 21,6 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro steigern. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 58,5 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 13,6 Millionen Euro angefallen war.

Laut Finanzvorstand David Schröder war Zalando nach den anfänglichen Problemen während der ersten Corona-Welle deutlich besser auf die zweite Welle vorbereitet. Die Zahl der aktiven Kunden ist inzwischen auf 35,6 Millionen gestiegen – vor einem Jahr waren es noch 29,5 Millionen. Noch viel wichtiger war jedoch, dass der durchschnittliche Kunde immer mehr kauft – die Zahl der Bestellungen je aktivem Kunden kletterte in den vergangenen zwölf Monaten auf 4,8.  Wenn die Zahl der Kunden rapide zunimmt und die durchschnittliche Zahl der Bestellungen je Kunde ebenfalls steigt, hat das einen massiven Einfluss auf den Umsatz.

Neben dem eigenen Handel bietet Zalando auch Markenherstellern Platz für ihr Geschäft und entwickelt sich dabei immer mehr zu einer Handelsplattform. Mit einem ähnlichen Ansatz wurde Amazon zum größten Onlinehändler der Welt. Aktuell bieten etwa 2.000 Läden ihre Waren über die Zalando-Website an. Aufgrund der Corona-Pandemie verzichtet der Modehändler bis zum Ende des ersten Quartals 2021 allerdings auf Provisionszahlungen, weshalb die Gewinne hier noch nicht sprudeln. Ziel sei es laut Management, die Liquidität der Händler zu unterstützen, die ihren Offline-Bestand auf der Zalando Plattform verkaufen. Unternehmensangaben zufolge bietet Zalando bereits jetzt die größte Plattform für lokale Modegeschäfte in Europa. Die Zahl der Partner soll im kommenden Jahr verdreifacht werden.

Die gute Geschäftsentwicklung veranlasste den Modehändler dazu, seine Prognosen für das Gesamtjahr erneut anzuheben. Für 2020 erwartet Zalando nun ein Umsatzwachstum von bis zu 22 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn (EBIT) soll nun zwischen 375 und 425 Millionen Euro liegen – zuvor hatte Zalando ein EBIT zwischen 250 bis 300 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Nach Veröffentlichung der Q3-Ergebnisse kletterte die Zalando-Aktie bei 91,10 Euro auf ein neues Rekordhoch, ehe Forschungserfolge bei mehreren Coronavirus-Impfstoffen für kräftige Gewinnmitnahmen bei den Pandemie-Profiteuren einsetzten. Die Aktie rauschte daraufhin bis auf 73,52 Euro in die Tiefe. Die aktuelle Schwächephase kann aber durchaus als gute Einstiegsgelegenheit gewertet werden.

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