Volkswagen Vz. – Stand Chart: 01.09.2022; Quelle Chart: investing.com

Wegen Materialknappheit und Lieferengpässen haben es die Automobilhersteller derzeit nicht leicht. Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen kam in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres mit den globalen Herausforderungen jedoch recht gut zurecht.

Die Umsatzerlöse der Wolfsburger kletterten im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent auf 132,3 Milliarden Euro und blieben damit stabil, obwohl die Auslieferungen auf Jahressicht um 22,2 Prozent auf 3,88 Millionen Fahrzeuge einbrachen. Kompensieren konnte VW dies mit einem kräftigen Absatzplus bei deutlich höherpreisigen vollelektrischen Fahrzeugen von 27,0 Prozent. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen konnte auf Jahressicht sogar um 16,1 Prozent auf 13,19 Milliarden Euro gesteigert werden.

Seinen Ausblick für das Gesamtjahr hat der Autobauer aufgrund der sich entspannenden Versorgungslage nach den Halbjahreszahlen bestätigt. Der Konzern erwartet, dass sich der Produktmix im zweiten Halbjahr normalisieren wird, da sich die Halbleitersituation weiter verbessert und das Unternehmen von einem starken Auftragsbestand profitiert. Der Umsatz soll um 8 bis 13 Prozent über dem Vorjahreswert liegen. Beim Operativen Ergebnis vor und inklusive Sondereinflüssen wird eine operative Umsatzrendite zwischen 7,0 und 8,5 Prozent angepeilt.

Der Wolfsburger Autobauer ist bei Anlegern wegen einer vergleichsweise hohen Dividendenausschüttung beliebt. Im Mai schüttete der Konzern für das Geschäftsjahr 2021 7,56 Euro je Vorzugsaktie aus. Würde der Konzern für das aktuelle Geschäftsjahr ähnlich hohe Dividenden zahlen, würde die Dividendenrendite auf Basis des aktuellen Kurses etwa 5,4 Prozent betragen.

Die Ausschüttung je Aktie könnte aber durchaus noch deutlich höher ausfallen, denn die Porsche Automobilholding – mit einem Anteil von 53,3 Prozent der Stammaktien und insgesamt 31,9 Prozent des gezeichneten Kapitals immerhin der größte Aktionär von Volkswagen – pocht auf einen Börsengang der 100-prozentigen VW-Tochter Porsche. Das Kapital des Sportwagenbauers soll in 50 Prozent Stamm- und 50 Prozent Vorzugsaktien aufgeteilt werden. Etwa 25 Prozent der Vorzugsaktien sollen am Markt platziert werden. Die Porsche Automobilholding will bei einem Börsengang 25 Prozent der Stammaktien plus eine Stammaktie erwerben. Die Holding, hinter der die VW-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch stecken, hätte somit die Sperrminorität und somit wieder direkten Einfluss auf den Sportwagenbauer.

Volkswagen will 49 Prozent der Erlöse aus der Platzierung der Vorzugsaktien und dem Verkauf der Stammaktien an die Porsche Automobilholding) in Form einer Sonderausschüttung an die Aktionäre weitergeben. Analysten taxieren den Wert der Porsche AG aktuell auf etwa 80 bis 90 Milliarden Euro. Somit könnte Volkswagen mit dem Deal um 20 bis 22,5 Milliarden Euro erlösen und etwa 9,8 bis 11,0 Milliarden Euro an die Aktionäre ausschütten.

Die VW-Aktien erhalten mit dem möglichen Börsengang von Porsche, der noch in diesem Jahr stattfinden soll, eine Menge Fantasie. Charttechnisch befindet sich die Vorzugsaktie aktuell allerdings noch in einem intakten Abwärtstrend, der erst oberhalb von aktuell 156,50 Euro Euro nach oben verlassen würde. Ein Trendbruch könnte die benötigten Impulse erzeugen, um auch den vielbeachteten 200-Tage-Durchschnitt bei aktuell 157,81 Euro sowie den massiven Widerstandsbereich bei 159,72/162,38 Euro nach oben zu durchbrechen. Danach wäre sogar wieder Platz bis zum Februar-Hoch bei 193,36 Euro.

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