Die Tesla-Aktie scheint derzeit nicht aufzuhalten zu sein und konnte seit Jahresanfang bereits um mehr als 86 Prozent zulegen. Glaubt man einigen Analysten, dann hat die Aktie ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht.

Tesla – Stand: 04.02.2020

Der Hype um den amerikanischen E-Auto-Pionier Tesla wird immer größer. Am Montag kletterten die Tesla-Aktien an den US-Börsen um fast 20 Prozent auf 780 US-Dollar. Damit wird der E-Autobauer an der Börse mittlerweile mit mehr als 140 Milliarden US-Dollar (etwa 127 Milliarden Euro) bewertet. Zum Vergleich: Der größte deutsche Autobauer Volkswagen weist derzeit lediglich eine Marktkapitalisierung von rund 82 Milliarden Euro auf. Das Interessante daran – während Tesla im vergangenen Jahr lediglich 367.000 Fahrzeuge verkaufte, lieferte Volkswagen 2019 weltweit mit 10,97 Millionen Pkw (davon etwa 140.000 E-Autos) fast 30 Mal so viel aus. Doch die reinen Zahlen spielen an der Börse derzeit wohl eine eher untergeordnete Rolle.

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass das Auto der Zukunft von einem Elektromotor angetrieben wird. Lediglich bei der Energiequelle scheinen sich die Experten noch nicht sicher zu sein. Die Brennstoffzelle hätte sehr viele Vorteile gegenüber einer wiederaufladbaren Batterie. Allerdings dürfte es noch einige Jahre dauern, bis die Brennstoffzelle massentauglich ist. Zudem dürften die Wasserstoffherstellung und die Infrastruktur weitere Probleme bereiten. Eine wiederaufladbare Batterie ist sicherlich nicht die beste Lösung, derzeit aber die einzig umsetzbare. Und hier hat Tesla einen immensen Vorteil gegenüber anderen Autoherstellern. Während die meisten Autobauer beim Bau von E-Autos stark begrenzt werden, weil sie nicht genügend Batterien herstellen oder zukaufen können, hat Tesla hier deutlich weniger Probleme. Tesla wurde bereits vor fast 17 Jahren gegründet und befasst sich seither mit der Problematik. Experten schätzen den technologischen Vorsprung von Tesla gegenüber anderen Autobauern auf mehr als fünf Jahre. Der technologische Vorsprung zeigt sich allein beim Bau der Batterien. Während eine Tesla-Batterie im neuen Model 3 mit einem Kobalt-Anteil von 1,8 Prozent auskommt, benötigt beispielsweise Volkswagen für sein E-Auto ID.3 etwa 12 Prozent Kobalt. Und gerade Kobalt ist das Problem. Es ist sehr knapp und sehr teuer. Es dürfte für andere Autobauer somit sehr schwer werden, Tesla in den kommenden Jahren als E-Auto-Marktführer vom Thron zu stoßen.

Tesla wird an der Börse derzeit nicht wie ein Autobauer, sondern wie ein Hightech-Unternehmen bewertet. Ob der Markt derzeit völlig gaga und Tesla total überbewertet ist, lässt sich schwer sagen. US-Unternehmen gehen in einigen Bereichen völlig andere Wege als beispielsweise deutsche Unternehmen. Während ein deutsches Auto erst auf dem Markt kommt, wenn es komplett zu Ende entwickelt wurde, kann es bei einem Tesla nach der Auslieferung durchaus noch zu Problemen kommen. Doch jedes Problem wird im Nu behoben und die Software des Fahrzeugs, ähnlich wie bei einem Smartphone, per Update optimiert. Letztendlich wird der Markt entscheiden, und hier verteilt er derzeit sehr viele Vorschusslorbeeren an Tesla. Die Analysten überschlagen sich derzeit mit neuen Kurszielen für die Tesla-Aktie. Aufsehen erregte am Wochenende vor allem ein Bericht des US-Finanzportals „Marketwatch“. Demzufolge stellt die Investmentfirma ARK bis zum Jahr 2024 einen Tesla-Kurs von 7.000 Dollar in Aussicht. In einer Übertreibungsphase könnte es sogar bis auf 15.000 Dollar rauf gehen.

Fakt ist: Tesla ist ein sehr interessantes Unternehmen mit sehr aussichtsreichen Wachstumsmöglichkeiten in einem sehr wichtigen Markt. Ob die Aktie bereits jetzt schon zu teuer ist oder ihren Höchstkurs noch lange nicht erreicht hat, darüber lässt sich wahrscheinlich stundenlang diskutieren. Der Markt steht derzeit auf die Tesla-Aktie und es ist nicht ausgeschlossen, dass die jüngste Aufwärtsdynamik noch eine Weile anhält. Anlegern muss allerdings bewusst sein, dass bereits eine Menge Spekulation in der Aktie ist und es jederzeit auch wieder kräftig abwärts gehen kann.

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