Intel – Stand Chart: 14.06.2022; Quelle Chart: investing.com

Der lange Zeit weltgrößte Chiphersteller Intel (wurde 2021 von Samsung überholt) durchlebt gerade schwierige Zeiten. Die Chipknappheit hat der Branche 2021 einen Boom beschert – der Branchenumsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Viertel auf 583,5 Milliarden US-Dollar. Fast alle großen Hersteller haben einer Studie von Gartner zufolge vom gewaltigen Aufschwung profitiert und zweistellige Wachstumsraten erzielt. Nur einer nicht: Intel.

Das Unternehmen galt lange als der Maßstab in der Chipbranche, lief allerdings aufgrund problematischer Entscheidungen im Management in verschiedene Sackgassen und verlor dadurch wichtige Marktanteile an die Konkurrenz. Intel steigerte seinen Gewinn im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf Jahressicht zwar um 141 Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar, doch ging mehr als die Hälfte des Gewinns auf den Verkauf eigener Anteile am IT-Sicherheitsunternehmen McAfee in Höhe von 4,6 Milliarden Dollar. Der Umsatz sank um 7 Prozent auf 18,4 Milliarden Dollar.

Doch der Konzern will zurück an die Weltspitze und hat zu diesem Zweck im vergangenen Jahr mit Pat Gelsinger einen Veteranen der Entwicklungs-Arbeit im Konzern zurückgeholt und auf den Chefposten gesetzt. Die Personalie hat sich Intel einiges kosten lassen – Gelsinger war im vergangenen Jahr mit einem Verdienst von 179 Millionen US-Dollar der bestbezahlte Manager der Welt. Der Umbruch wird voraussichtlich einige Zeit brauchen, doch sind erste Erfolge bereits sichtbar.  Bei der neuen Prozessortechnik macht Intel bereits deutliche Fortschritte. Gegenüber dem aktuellen Intel-7-Prozessor wird man dem Vernehmen nach eine Steigerung der Performance pro Watt um 21,5 Prozent erreichen, wie Messungen in der Praxis inzwischen zeigten. Das Ziel von 20 Prozent Steigerung wird somit leicht übertroffen. Im Gegenzug wird man Chips mit gleicher Leistung wie heute mit einer um 40 Prozent niedrigeren Energieaufnahme bereitstellen können.

Intel wird die neue Prozessortechnik erstmals für die kommenden Meteor Lake-Prozessoren für PCs einsetzen. Diese Chips werden im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Um stärker vom Chip-Boom zu profitieren, plant der Konzern zudem einige neue Fabriken. Intel hat 20 Milliarden Dollar für den Bau von zwei neuen Halbleiterfabriken in Arizona und Ohio angekündigt. Zum will der Chiphersteller 17 Milliarden Euro in eine Fabrik in Magdeburg investieren – der Bau der Produktionsstätte soll 2023 beginnen.

Die Stimmung für den Chiphersteller ist am Markt aktuell nicht gerade gut – die Intel-Aktie rutschte jüngst unter die massive Unterstützungszone zwischen 43,63 und 42,36 US-Dollar und erreichte gestern bei 37,54 Dollar ein 4-Jahres-Tief. Allerdings liegt bereits eine überverkaufte Marktphase vor, womit eine Erholungsbewegung wahrscheinlicher wird. Zudem hat Intel in den vergangenen 20 Jahren stets die Dividende erhöht und kann mit einer aktuellen Dividendenrendite von 3,84 Prozent auch bei Dividendenjägern punkten.

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