Der Essener Energiekonzern will in den kommenden Jahren kräftig in den Ausbau seiner Energienetze investieren. Der Ergebnisbeitrag soll durch die beschlossenen Investitionen bis 2026 pro Jahr um rund 4 Prozent wachsen. Punkten dürfte der Konzern auch mit seiner freundlichen Dividendenpolitik.

E.ON – Stand: 25.11.2021

Mit einem Kurszuwachs von mehr als 20 Prozent seit Jahresanfang gehören die E.ON-Aktien in diesem Jahr zu den besseren Werten im deutschen Leitindex DAX. Die Energiewende ist derzeit eines der zentralen Themen. Kein Wunder also, dass Energiekonzerne auch an der Börse aktuell gefragt sind.

Allerdings ist die Energiewende nicht nur für die Verbraucher mit hohen Kosten verbunden. Auch die Energiekonzerne müssen sehr viel Geld investieren, um von der Wende profitieren zu können.

E.ON hat jüngst auf einem Investorentag seine Wachstums- und Investitionsziele bekanntgegeben. Demnach will der Essener Energiekonzern in den kommenden fünf Jahren insgesamt rund 27 Milliarden Euro investieren – etwa 22 Milliarden Euro in den Ausbau der Energienetze und gut 5 Milliarden Euro in die Digitalisierung des Kundengeschäfts. Vor allem der Ausbau der Energienetze ist dringend notwendig, damit der Konzern in den kommenden Jahren zusätzliche 35 bis 40 Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energien an seine Netze anschließen kann.

Mit dem Ausbau der Netze will E.ON seinen operativen Gewinn (bereinigtes EBITDA) im Kerngeschäft, das heißt ohne die auslaufenden Kernenergie-Aktivitäten bei PreussenElektra, bis 2026 jährlich um rund 4 Prozent auf etwa 7,8 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn je Aktie soll sogar um durchschnittlich 8 bis 10 Prozent pro Jahr klettern.

Unter Dividendenjägern hat die E.ON-Aktie bereits einen guten Ruf. 2020 schüttete der Konzern eine Dividende von 0,47 Euro je Aktie aus – beim aktuellen Kurs von 10,93 Euro eine Dividendenrendite von 4,30 Prozent. Für 2021 plant der Konzern eine Erhöhung auf 0,49 Euro je Aktie, womit die Rendite auf 4,48 Prozent steigen würde. Und auch in den kommenden Jahren will E.ON eine freundliche Dividendenpolitik verfolgen. So soll die Dividendenausschüttung bis zunächst 2026 um 5 Prozent pro Jahr erhöht werden.

In einer ersten Reaktion zeigte sich der Markt wenig begeistert von den Wachstums- und Investitionsplänen der Essener. Doch von den Analysten kam im Anschluss reichlich Lob, weshalb sich die Aktie von den Kursverlusten schnell erholen konnte. Im August kletterte die Aktie bis auf 11,43 Euro, womit sie ihr 5-Jahres-Hoch vom Februar 2020 bei 11,56 Euro nur knapp verfehlte. Ein erneuter Angriff auf das 5-Jahres-Hoch erscheint kurz- bis mittelfristig durchaus möglich. Eine weitere charttechnische Hürde würde am Tief aus dem Jahr 2013 bei 11,81 Euro warten.

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