Der französische Ölkonzern TotalEnergies hat die Zeichen der Zeit erkannt und wandelt sich zum Energiekonzern. Der Ausbau von erneuerbaren Energien wird stark vorangetrieben und die Abhängigkeit vom Öl dementsprechend reduziert. Einer hohen Gewinnbeteiligung für die Aktionäre ist der Konzern jedoch treu geblieben.

TotalEnergies – Stand: 14.10.2021

Die derzeit explodierenden Energiepreise befeuern zwar die Inflationssorgen, doch schieben sie auch die Aktienkurse von Energiekonzernen kräftig an. So kletterte etwa der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent in dieser Woche auf 84,60 US-Dollar je Barrel und erreichte damit sein höchstes Niveau seit mehr als drei Jahren. Einer der Profiteure der Ölpreisrallye ist der französische Ölkonzern TotalEnergies.

Der Konzern ist aber längst keiner reiner Ölkonzern mehr. TotalEnergies will sich angesichts der EU-Klimaziele zu einem Energieunternehmen wandeln. So soll die Hälfte der Investitionsausgaben der kommenden Jahre in Wachstumsprojekte fließen, wovon wiederum die Hälfte für Erneuerbare Energien und Elektrizität vorgesehen sind. Schon heute ist der Konzern stark in den Bereichen Solar, Wind, Wasserstoff und Biokraftstoffen engagiert. Mit einer geplanten Stromerzeugung bis 2025 von etwa 35 Gigawatt mutiert der französische Konzern immer mehr zu einem Versorger und sollte auch hier von den stetig steigenden Strompreisen profitieren.

Ende Oktober wird der Konzern seine Zahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Angesichts der immer weiter steigenden Ölpreise dürften die Zahlen vielversprechend werden. Bereits im zweiten Quartal konnte der Konzern mit einem bereinigten Nettogewinn von 3,46 Milliarden US-Dollar positiv überraschen – der Vorjahreswert betrug pandemie-bedingt lediglich 129 Millionen Dollar. Zieht man als Vergleichswert das Vorkrisenjahr 2019 heran, dann konnte der Gewinn auch hier um gut 20 Prozent gesteigert werden.

An der guten Geschäftsentwicklung sollen auch die Aktionäre beteiligt werden. TotalEnergies schüttet bereits seit Jahren kontinuierlich eine hohe Dividende aus – die Dividendenrendite liegt auf Basis des aktuellen Kurses bei mehr als 6 Prozent. Zudem kündigte der Konzern jüngst ein Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Dollar an. Dies sollte den Aktienkurs vor allem in einem schwachen Marktumfeld vor kräftigen Rücksetzern bewahren.

Charttechnisch ist der Aktie vor kurzem der Sprung über das März-Hoch bei 42,19 Euro gelungen, womit sich weiteres Kurspotenzial bis zum Hoch vom Januar 2020 bei 50,93 Euro eröffnet hat. Mittel- bis langfristig könnten auch Kurse im Bereich des Hochs vom Oktober 2018 bei 56,82 Euro, das zugleich ein 13-Jahres-Hoch markiert, möglich sein.

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