Adidas ist stark in das neue Geschäftsjahr gestartet und hat seine Prognosen für das Gesamtjahr nach oben angepasst. Die angekündigten Aktienrückkäufe sollten als weiteres Indiz gesehen werden, dass der Sportartikelhersteller die Krise überwunden hat.

adidas – Stand: 30.06.2021

Das Geschäftsjahr 2020 war auch für den Sportartikelhersteller adidas herausfordernd. Corona-bedingt blieben die Geschäfte in vielen Regionen wochenlang geschlossen, was sich in deutlich rückläufigen Verkaufszahlen widerspiegelte. Kein Wunder also, dass adidas 2020 einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr von 14 Prozent hinnehmen musste. In Euro betrug der Rückgang 16,1 Prozent auf 19,84 Milliarden. Der Gewinn brach sogar um 77,9 Prozent auf 443 Millionen Euro ein.

Doch dem Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach ist ein sehr guter Start in das neue Geschäftsjahr 2021 gelungen. Von Januar bis März verbuchte adidas ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr von 20,2 Prozent auf 5,27 Milliarden Euro. Währungsbereinigt betrug das Umsatzwachstum sogar 27 Prozent. Mit einem Gewinn von 554 Millionen Euro konnte nicht nur das stark von der Pandemie beeinträchtigte Vorjahresquartal übertroffen werden (26 Millionen Euro), sondern auch der Gewinn für 2020 (443 Millionen Euro).

Adidas machte aus der Not eine Tugend und setzte in der Pandemie stärker auf den Verkauf über eigene Online-Kanäle, die in der Krise einen enormen Schub erhielten. Der Verkauf über den eigenen Online-Shop sowie in eigenen Filialen gilt als deutlich lukrativer als der Verkauf über den Einzelhandel. Im sogenannten Direktvertrieb kletterten die Erlöse im ersten Quartal daher um 31 Prozent und machten bereits mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes aus.

Die Herzogenauracher gaben sich nach den Zahlen etwas optimistischer für das Gesamtjahr. Umsatzzeitig wird ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr im hohen 10-Prozent-Bereich prognostiziert. Beim Gewinn wird eine Spanne zwischen 1,25 und 1,45 Milliarden Euro erwartet.

Die adidas-Aktie beendete nach den Zahlen ihre mehrwöchige Abwärtsbewegung und ging in eine kräftige Aufwärtsbewegung über, die noch immer anhält und die Aktie gestern sogar über das Hoch vom Januar 2020 bei 317,45 Euro hievte. Heute im frühen Handel wurde bei 320,43 Euro ein neues Rekordhoch erreicht.

Für einen weiteren Schub sorgte die Nachricht, dass der Konzern vom 1. Juli an bis Ende des Jahres eigene Aktien im Wert von bis zu 550 Millionen Euro zurückzukaufen will. Einschließlich der bereits im Mai ausgeschütteten Dividende in Höhe von 585 Millionen Euro würde das Unternehmen in diesem Jahr damit voraussichtlich insgesamt mehr als eine Milliarde Euro an Aktionäre ausschütten. Adidas will die zurückgekauften Aktien einziehen und aus dem Grundkapital nehmen. Für die Aktionäre hat dies den Vorteil, dass der Gewinn auf weniger Aktien entfällt, womit sich der Gewinn je Aktie erhöht, was wiederum eine höhere Bewertung zulässt. Entwickelt sich das Geschäft von adidas in den kommenden Quartalen ähnlich dynamisch wie zuletzt, könnte die Aktie durchaus zu einem neuen Höhenflug ansetzen.

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