Die Geschäfte beim Pharma- und Laborzulieferer laufen derzeit mehr als gut – Sartorius rechnet in diesem Jahr mit einem 45-prozentigem Umsatzanstieg. Bei den Mittelfristzielen stapelt der Konzern möglicherweise etwas zu tief.

Sartorius – Stand: 16.12.2021

Die Vorzugsaktien von Sartorius gehören zu den zehn Werten, die im September im Zuge der Erweiterung von 30 auf 40 Mitglieder in den deutschen Leitindex DAX aufgestiegen sind. Schaut man sich die Kursentwicklung seither an, könnte man meinen, dem Wert sei mit der DAX-Aufnahme die Puste ausgegangen. Allerdings haben sich die Papiere des Pharma- und Laborzulieferers zuvor mehr als beeindruckend entwickelt, weshalb die jüngste Verschnaufpause nicht unerwartet kam. Mittel- bis langfristig sind die Perspektiven für das Göttinger Unternehmen jedoch vielversprechend.

Die Geschäfte laufen derzeit prima, wie die im Oktober veröffentlichten 9-Monats-Zahlen dokumentieren. Der Life-Science-Konzern wächst weiter dynamisch und profitabel. Der Konzernumsatz legte auf Basis konstanter Wechselkurse im Vergleich zum Vorjahr um 53,9 Prozent auf 2,53 Milliarden Euro zu. Deutliche Nachfrageimpulse kamen aus der Produktion von Coronavirus-Impfstoffen und Coronatests – ihr Beitrag am Umsatz lag bei etwa 21 Prozent. Besonders dynamisch entwickelte sich der Auftragseingang mit einem wechselkursbereinigtem Zuwachs auf Jahressicht von 72,3 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro. Auch hier lag der coronabeeinflusste Anteil bei etwa 20 Prozentpunkten. Der operative Gewinn (EBITDA) summierte sich von Januar bis September auf 866 Millionen Euro, was den Wert des Vorjahres um 77,3 Prozent übertraf. Daraus ergibt sich eine operative Gewinnmarge von beeindruckenden 34,3 Prozent. Der Nettogewinn kletterte auf Jahressicht sogar um 92,7 Prozent auf 407 Millionen Euro.

Sartorius bestätigte nach den Zahlen auch die im Juli angehobene Wachstumsprognose für das laufende Geschäftsjahr 2021. Demnach rechnet der Konzern mit einem Umsatzwachstum von rund 45 Prozent und einer operativen EBITDA-Marge von etwa 34 Prozent.

Bei den mittelfristigen Zielen gab sich der Konzern recht zurückhaltend, was die jüngste Verschnaufpause des Aktienkurses auch begründen könnte. Bis 2025 peilt der Konzern unverändert einen Konzernumsatz von 5 Milliarden Euro an, was einem jährlichen Umsatzwachstum von rund 10 Prozent entspräche. Die operative Gewinnmarge soll 2025 bei 32 Prozent liegen. Die Aussage von Sartorius-Chef Joachim Kreuzburg – „Wir sehen 2021 Vorzieheffekte, weil Kunden auch wegen Lieferengpässen deutlich mehr und früher ordern“ – klang fast schon wie eine Entschuldigung für die beeindruckenden 9-Monats-Zahlen. Marktbeobachter glauben indes an einer Fortsetzung der Erfolgsgeschichte von Sartorius.

Die Aktie hat zwar erst vor gut drei Wochen bei 631,60 Euro ein neues Rekordhoch erreicht, doch ging es zuletzt in einem durchwachsenen Marktumfeld wieder auf gut 570 Euro abwärts, womit der Wert in etwas auf dem Niveau verweilt, auf dem er im Zuge der DAX-Aufnahme notierte. Eine erste Hürde stellt das September-Hoch bei 599,60 Euro dar. Kann diese gemeistert werden, stellt sich noch das Zwischenhoch vom 5. November bei 601,40 Euro in den Weg, ehe das Rekordhoch attackiert werden könnte. Auf der Unterseite hat sich der 38-Tage-Durchschnitt zuletzt als solide Unterstützung erwiesen, der aktuell bei 563,85 Euro verläuft. Bei einem nachhaltigen Unterschreiten droht allerdings ein Rücksetzer auf die 200-Tage-Linie bei aktuell 496,94 Euro.

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