Die Apple-Aktie nähert sich wieder ihrem Allzeithoch vom Oktober 2018. Die Nachfrage nach den neuen iPhone-Modellen ist besser als erwartet. Die Vorzeichen für neue Rekordhöhen stehen gut, wäre da nicht der Handelsstreit zwischen den USA und China.

An der Börse wird der US-Tech-Riese Appel aktuell wieder mit mehr als einer Billion US-Dollar bewertet – nur der US-Softwarekonzern Microsoft weist derzeit einen leicht höheren Börsenwert auf. Beim iPhone-Hersteller scheint es derzeit recht gut zu laufen. Im dritten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres konnte Apple seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zwar nur um knapp 1 Prozent auf 53,8 Milliarden US-Doller steigern, doch es war das beste dritte Quartal der Unternehmensgeschichte. „Dies war unser bestes Juni-Quartal aller Zeiten – getrieben von einem Rekordumsatz mit Dienstleistungen, einem beschleunigten Wachstum mit Wearables, einer starken Leistung mit iPad und Mac und einer deutlichen Verbesserung der iPhone-Trends“, sagte Apple-Chef Tim Cook bei der Präsentation der Zahlen. Für das gerade abgelaufene vierte Quartal erwartet der Konzern Umsätze zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar. Apple ist bekannt dafür, stets recht konservative Prognosen abzugeben. Die Umsätze könnten daher eher am oberen Ende der Schätzungen liegen, zumal der Verkaufsstart der erst kürzlich vorgestellten iPhone-11-Modelle recht gut verlaufen sein soll – Apple-Chef Cook sprach sogar von einem „sehr starken Start“.

Die Rahmenbedingungen für das aktuell laufende Weihnachtsquartal – bei Apple das erste Quartal im neuen Geschäftsjahr – sind somit recht gut. Die Nachfrage nach den neuen Smartphone-Modellen iPhone 11 und iPhone 11 Pro soll deutlich höher sein als erwartet. Ein Grund für die gestiegene Nachfrage dürfte wohl die Preissenkung des Einsteigermodells sein. In den USA kostete das iPhone XR im vergangenen Jahr noch 749 Dollar, das iPhone 11 ist dort nun für 699 Dollar erhältlich. Um einen möglichen Lieferengpass entgegenzuwirken soll Apple seine Lieferanten um eine Produktionssteigerung von bis zu 10 Prozent oder 8 Millionen Geräten gebeten haben. Medienberichten zufolge sollen die iPhone-Bestellungen zuvor recht konservativ gewesen sein und die georderten Stückzahlen sogar unter denen des Vorjahres gelegen haben. Mit der Produktionserhöhung sollen die Zahlen nun aber über denen des Vorjahres liegen.

Apple – Stand 08.10.2019

Allerdings gibt es mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China eine potenzielle Gefahrenquelle. Sollten beide Parteien bei den in dieser Woche stattfindenden Handelsgesprächen keinen gemeinsamen Nenner finden, könnte es zu einer weiteren Eskalation kommen. Technologiewerte dürften die Leidtragenden sein. Die US-Regierung hatte die Erlaubnis für bestimmte Geschäfte mit dem chinesischen Smartphone-Produzenten Huawei erst im August für 90 Tage bis Ende November verlängert. Allerdings sickerten zuletzt Gerüchte durch, eine weitere Verlängerung würde es nicht geben. Zudem haben die USA bereits weitere Strafzölle auf chinesische Waren ab dem 15. Dezember angekündigt. Ohne ein Handelsabkommen, sei es auch nur ein vorübergehendes, dürfte sich die Situation hier erheblich verschärfen. Apple und Alphabet könnten dann das Ziel chinesischer Gegenmaßnamen werden.

Die charttechnische Situation bei der Apple-Aktie sieht recht vielversprechend aus. Am Montag ging der Wert bei 227,06 Dollar aus dem US-Handel. Das Rekordhoch vom 3. Oktober 2018 bei 233,47 Dollar ist somit zum Greifen nah. Kann das Hoch herausgenommen werden, wäre auf der Oberseite reichlich Platz vorhanden. Trübt sich die Lage wegen des Handelsstreits wieder ein, sollten auf der Unterseite zunächst das Juli-Hoch bei 221,37 Dollar, das Mai-Hoch bei 215,31 Dollar sowie der 50-Tage-Durchschnitt bei 212,38 Dollar im Auge behalten werden. Das langfristige Chartbild würde sich sogar selbst bei einem Rücksetzer auf den 200-Tage-Durchschnitt bei 191,06 Dollar noch nicht gravierend trüben.

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