Der europäische Flugzeugbauer feiert neue Rekorde und zieht an seinem US-Rivalen vorbei. Auch langfristig scheint Airbus etwas besser aufgestellt zu sein als Boeing.

Airbus – Stand: 28.01.2020

Während der US-Flugzeugbauer Boeing in der Krise steckt, läuft es beim europäischen Konsortium Airbus, das mittlerweile wieder der größte Flugzeughersteller der Welt ist, mehr als gut. 2019 lieferte Airbus insgesamt 863 Verkehrsflugzeuge an Airlines aus – neuer Rekord. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 63 Jets oder knapp 8 Prozent mehr. Rivale Boeing konnte nur 380 Flugzeuge an seine Kunden übergeben – 520 weniger als prognostiziert. Nach dem Absturz zweier Boeing 737 Max wurde für die Maschinen des Typs fast weltweit ein Startverbot erteilt. Boeing produziert zwar weiterhin Maschinen des Typs 737 Max, doch sind die Softwareprobleme noch immer nicht behoben, weshalb die Flugzeuge nicht an die Kunden ausgeliefert werden können. Zudem erlitt der US-Konzern einen immensen Imageschaden.

Noch deutlicher sind die Unterschiede daher bei den Auftragseingängen. Während beim US-Flugzeugbauer im vergangenen Jahr mehr Stornierungen als Neuaufträge eingingen, wurden bei Airbus netto 768 neue Maschinen in Auftrag gegeben, was nochmals 21 mehr waren als im Vorjahr. Der Auftragsbestand beim europäischen Luftfahrtriesen kletterte per Ende 2019 damit auf 7.482 Flugzeuge, womit das Konsortium noch über viele Jahre ausgelastet sein dürfte. Laut Airbus sei vor allem die Marktresonanz für die neue A321XLR hervorragend. Die 2023 erstmals an Kunden ausgelieferte Maschine kann nicht nur Kurz- und Mittelstrecken, sondern auch Transatlantikflüge mit einer erhöhten Reichweite von 8.700 Kilometern zurücklegen – und das alles bei 30 Prozent Treibstoffersparnis pro Sitz. US-Rivale Boeing hat in dieser Klasse nichts Vergleichbares anzubieten, weshalb sich die neue A321XLR zum Verkaufsschlager entwickeln könnte.

Um die immense Nachfrage erfüllen zu können, werden die Produktionsanlagen am Hauptstandort im südfranzösischen Toulouse umgebaut. Bisher wird hier der Riesenairbus A380 produziert, dessen Produktion wegen mangelnder Nachfrage jedoch ausläuft. Ab Mitte 2022 sollen in Toulouse dann Maschinen des Typs A321LR und A321XLR gefertigt werden.
Airbus wird am 13. Februar seine Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 veröffentlichen. Bereits die 9-Monats-Zahlen konnten mehr als überzeugen. Die Umsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 46,2 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern (EBIT) kletterte sogar um 64 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

Auch für die Aktie des europäischen Flugzeugbauers läuft es derzeit mehr als gut – erst am vergangenen Freitag erreichte sie bei 139,40 Euro eine neue historische Bestmarke, ehe es zu Wochenbeginn zu leichten Gewinnmitnahmen kam. Schwächephasen können durchaus zum Einstieg genutzt werden – wird das Hoch herausgenommen, wäre reichlich Platz nach oben. Auf der Unterseite erscheint der Wert aktuell bei 125,47 Euro gut abgesichert – hier verläuft aktuell der Durchschnitt der vergangenen 200 Tage. Bereits im Oktober und Dezember traf der Wert im Bereich des vielbeachteten Durchschnitts wieder auf Kaufinteresse. Sollte es doch etwas weiter abwärts gehen, wartet bei 122,52 Euro bereits das Dezember-Tief, ehe bei 114,36 Euro das Oktober-Tief auftauchen würde. Das kurzfristige Chartbild würde sich aber erst gravierender trüben, sollte auch das Hoch aus dem Jahr 2018 bei 111,16 Euro unterschritten werden.

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